Meilensteine in der Geschichte des Rett-Syndroms

Was in den 1960er-Jahren durch einen Wiener Kinderarzt erstmals beschrieben wurde, hat sich zu einem weltweit erforschten Krankheitsbild entwickelt.
Auch heute tragen internationale Forschung und das Engagement von Familien und Organisationen dazu bei, Schritt für Schritt neue Wege zu eröffnen.

Januar 1, 1960

1960er – Jahre

Andreas Rett beobachtet in Wien erstmals mehrere Mädchen mit einem ähnlichen Entwicklungsverlauf: zunächst unauffällig, später Verlust erlernter Fähigkeiten und typische Handbewegungen.

Januar 1, 1960
Januar 1, 1966

1966

Erste wissenschaftliche Veröffentlichung durch Andreas Rett in deutscher Sprache.
International bleibt die Arbeit zunächst weitgehend unbeachtet.

Januar 1, 1966
Januar 1, 1983

1983

Der schwedische Neuropädiater Bengt Hagberg veröffentlicht
gemeinsam mit Kolleg:innen eine internationale Studie über 35 betroffene Mädchen.
Der Begriff „Rett-Syndrom“ setzt sich weltweit durch.

Januar 1, 1983
Januar 1, 1990

1990er – Jahre

Das Rett-Syndrom wird als eigenständige neurologische
Entwicklungsstörung international anerkannt.
Spezialisierte Ambulanzen und erste Selbsthilfeorganisationen entstehen.

Januar 1, 1990
Januar 1, 1999

1999

Die US-amerikanische Forscherin Huda Zoghbi entdeckt,
dass Mutationen im MECP2-Gen die Ursache des klassischen Rett-Syndroms sind.
Damit wird erstmals die genetische Grundlage der Erkrankung verstanden

Januar 1, 1999
Januar 1, 2000

2000er – Jahre

° Einführung der routinemäßigen genetischen Diagnostik
° Differenzierung atypischer Formen
° Entdeckung weiterer beteiligter Gene (z. B. CDKL5, FOXG1)
° Aufbau internationaler Register und Forschungsnetzwerke

Januar 1, 2000
Januar 1, 2007

2007

Der Neurowissenschaftler Adrian Bird zeigt in einem wegweisenden Mausmodell,
dass Rett-ähnliche Symptome rückgängig gemacht werden können,
wenn das MECP2-Gen später wieder aktiviert wird.

Diese Entdeckung war ein Wendepunkt:
Sie zeigte, dass Nervenzellen nicht irreversibel „geschädigt“ sind –
sondern dass Funktionsverbesserungen grundsätzlich möglich sein könnten.
Dieser Befund gilt als wissenschaftliche Grundlage für heutige Gentherapie-Ansätze.

Januar 1, 2007
Januar 1, 2010

2010er – Jahre

° Intensivierung translationaler Forschung
° Entwicklung viraler Vektoren (AAV) zur gezielten Genübertragung
° Erste präklinische Gentherapie-Programme

Januar 1, 2010
Januar 1, 2023

2023

In den USA wird mit Trofinetide (Daybue™)
erstmals ein speziell für Rett entwickeltes Medikament zugelassen.

Januar 1, 2023
Januar 1, 2024

2023 – 2024

Erstmals starten klinische Studien mit Gentherapien,
die das fehlende bzw. fehlerhafte MECP2-Gen gezielt ersetzen oder regulieren sollen.

Die Programme befinden sich in frühen klinischen Studienphasen und markieren einen wichtigen Schritt: den Übergang von der Laborforschung hin zur Anwendung beim Menschen.

Januar 1, 2024
Januar 1, 2025

Heute

° Laufende Phase-1/2-Studien zur Sicherheit und Dosierung
° Weiterentwicklung von Vektor-Design und Expressionskontrolle
° Forschung zu Biomarkern zur Therapiekontrolle
° Diskussion ethischer und regulatorischer Fragen

Gentherapie gilt derzeit als einer der vielversprechendsten Ansätze,
befindet sich jedoch weiterhin in sorgfältiger klinischer Prüfung.

Januar 1, 2025

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